Fargo (D)

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Weserbühne

2019-08-04 | 15:00

Es hätte alles auch ganz anders kommen können.Zum Beispiel, wennPeter ´Fargo-Pedda` Knorn kein Buch über sein Leben als Musiker, Manager und Labelboss geschrieben und damit nicht viele Erinnerungen an seine erste Band Fargo geweckt hätte. Die Gruppe ist, so die Erkenntnis nach Veröffentlichung von ‚Bis hierhin und so weiter, 20 Jahre Rock´n`Roll – Ein- und Ansichten eines Bassisten‘, bei ihren Fans bis heute unvergessen geblieben. Ausgelöst durch den großen Erfolg des Buches stand nun plötzlich die Frage im Raum: Wie würden Fargo heute wohl klingen, wenn es die Band noch – oder wieder! – gäbe? Eine Überlegung, die der Hannoveraner kurzerhand mit Fargo-Sänger/Gitarrist Peter Ladwig erörterte und natürlich nur in Form einer folgerichtigen Entscheidung beantworten konnte: Lasst es uns herausfinden! Da für diese Herzblut-Mission Arndt Schulz (Harlis, Jane) und Nikolas Fritz (Mob Rules) als inspirierende Unterstützung gewonnen werden konnten, wurde aus dem Planspiel schnell Realität. Und so können Knorn und Ladwig im Frühjahr 2018 gleich zweierlei vermelden: 36 Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung F(1982) gibt es nicht nur Fargo wieder, sondern auch ein brandneues Album. Constellationheißt das Comeback, das am 25. Mai 2018 über Steamhammer/SPV auf den Markt kommt und genauso klingt, wie man es von dieser Band gewohnt ist: erdig, rockig, bluesig, ehrlich und authentisch.

Die zwölf klassischen Rocksongs und ihr zeitgemäßer, wunderbar unaufdringlicher Sound (Produzent: Helge Engelke), die angenehm-gelassene Stimme von Peter Ladwig, das akzentuierte Gitarrenspiel von Arndt Schulz, in dessen DNA unüberhörbar Bluesrock verankert ist, und das dynamische Drumming von Nikolas Fritz, der mit Bassist Knorn die allseits beliebte „Wand“ bildet – Fargo rocken anno 2018 so souverän, als hätte es die lange Unterbrechung nicht gegeben. Man muss nur einmal Songs wie das lässig groovende ‚Don‘t Talk‘, die Westcoast-Atmosphäre in ‚Cross To Bear‘ oder den an beste ZZ Top-Zeiten erinnernden ‚Loser`s Blues‘ hören, um sofort die typische Fargo-Handschrift zu erkennen. Zudem gibt es zu ‚Leave It‘ ein sehenswertes Video und in ‚Southern Breeze‘ einen Text, der gleich 20 Elvis-Single-Hit-Titel verarbeitet. Und als ob das alles nicht bereits genügend originales Fargo-Flair besäße, haben Knorn und Ladwig ihren ehemaligen Schlagzeuger Frank ´Franky` Tolle überzeugt, bei den Nummern ‚Buzz Buzz‘ und ‚Don´t Talk‘ noch einmal die Schlagzeugsticks in die Hände zu nehmen. Die Fans werden es lieben! 

 

So wie Anfang der Achtziger, als Fargo zu Deutschlands wichtigsten Rockgruppen gehörten. Gegründet 1973 von Knorn und Ladwig erspielte sich die Gruppe schnell eine treue Fangemeinde und unterschrieb nur wenige Jahre später einen Plattenvertrag. Zwischenzeitlich gehörte auch Gitarrist Matthias Jabs zur Band, der 1978 zu den Scorpions wechselte und dort bekanntlich Weltkarriere machte. Aber auch Fargo wurden anschließend zum internationalen Act, veröffentlichten 1979 ihr Debütalbum und ließen bis 1982 drei weitere erstklassige Studioscheiben folgen, allesamt über den damaligen Branchenriesen EMI. Die Band tourte mehrfach in ganz Europa, teilte sich die Bühnen mit den Größten der Rockszene, absolvierte aufsehenerregende Tourneen unter anderem mit AC/DC, Mothers Finest oder The Small Faces und hinterließ auch im Fernsehen („Rock Pop“, ZDF) einen glänzenden Eindruck. Aufgrund ihrer sensationellen Bühnenshow (zum allabendlichen Spektakel gehörte Knorns legendärer Kopfüber-Salto) widmete sogar das größte europäische Jugendmagazin BRAVO dem Fargo-Bassisten im Januar 1981 zwei ganze Seiten. Nach einer Zeit des Umbruchs ging 1984 die Hardrock-Formation Victory aus Fargo hervor und setzte die erfolgreiche Karriere ihres Vorläufers quasi übergangslos fort. Fargo waren damit zwar Geschichte, vergessen war die Band allerdings mitnichten.

Diese erfreuliche Erfahrung durften die vier Musiker bereits bei ihrem vielbeachteten Bühnen-Comeback im Sommer 2016 machen. Und mit ihrem neuen Album Constellationwerden weitere Konzerte sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. Die auf das Cover-Artwork projizierte Sternenkonstellation jedenfalls steht dafür äußerst günstig.

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